Des Heiligen Römischen Reiches Streusandbüchse: Das Land Brandenburg

Begleitmaterial zu einer Sendung im Rahmen des Schulfernsehens des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB)

Fach: Erdkunde

zusätzliche Empfehlung: Geschichte (Historische Landeskunde)

 

Vorbemerkung:

Der Beitrag wurde im Auftrag des  Medienpädagogischen Zentrums (Land Brandenburg) erarbeitet und dient insbesondere Lehrern, die diesen Film einsetzen wollen, als ergänzendes Unterrichtsmaterial. Deshalb setzen sich längere Passagen mit dem Film auseinander, die ohne diesen kaum zu nutzen sind. Größeres Interesse könnten aber die zusätzlichen Informationen (allgemeine Überblick zur Geographie und Geschichte Brandenburgs – 2.) sowie die kommentierte Auswahlbibliographie  (4.) erhalten.

 

1. Inhalt und Gestaltung der Sendung (Überblick)

Nach einigen allgemeinen geographischen und demographischen Angaben zum Land Brandenburg stellen die Regisseure Regine Liebich und Bernd Bretschneider in dem Film ausgewählte Städte und Regionen vor. Dabei stehen landschaftliche Eigenarten, ungewöhnliche historische Ereignisse, charakteristische Denkmale oder aktuelle Fragen der Entwicklung im Vordergrund, ohne daß eine durchgehende systematische Konzeption des Videos erkennbar ist. Die Autoren des Beitrags verfolgen kein unmittelbares Ziel, sondern wollen auf einer Bahnreise mit ausgewählten Regionen, historischen, landschaftlichen sowie ökonomischen Besonderheiten des Landes Brandenburg vertraut machen. Insbesondere wird kein historisch-geographischer Abriß zur Geschichte des Landes Brandenburg - wie aufgrund des Titels der Sendung vermutet werden könnte - angeboten. Probleme der Entwicklung Brandenburgs nach der Neubildung der Länder im Gebiet der ehemaligen DDR und nach der Wiedervereinigung bis zum Sommer 1993 sind für die Autoren ein wichtiger Schwerpunkt.

Im einzelnen stellen die Autoren auf ihrer Bahnreise - dem Ablauf der Sendung folgend - die Stadt Brandenburg mit dem Havelland, Fürstenwalde, Bad Saarow, den Braunkohleabbau um Welzow und Neupetershain, Lübbenau, das Schiffshebewerk in Niederfinow bei Eberswalde, das Oderbruch, Neuruppin und die Ruppiner Schweiz, die Schorfheide, Potsdam als Landeshauptstadt und kulturelles Zentrum, Frankfurt/Oder und Cottbus kurz in Bild und Ton vor. Die künstlerische Verarbeitung ist zwar ansprechend, allerdings nicht speziell auf Kinder oder Jugendliche ausgerichtet. Verknüpft werden die einzelnen Themen durch Bilder der Eisenbahnreise. Die Erläuterungen des Sprechers und die in guter Qualität angebotenen Bilder ergänzen sich sinnvoll, sind allerdings nicht immer frei von Irrtümern. Die folgenden Ergänzungen und Hinweise sollen den Lehrer detailliert über den Ablauf der Sendung informieren und einige Hintergrundinformationen vermitteln, um im Unterricht ausgewählte Themen des Films vertiefen zu können.

2. Zusätzliche Informationen zur Sendung

2.1. Hinweise zur Geographie des Landes Brandenburg

Das Land Brandenburg gliedert sich in mehrere Teillandschaften, die aufgrund der naturräumlichen Ausstattung und der politischen Entwicklung im 12./13. Jahrhundert entstanden: Prignitz, Ruppin, Uckermark mit der Schorfheide im Norden, Havelland und Zauche, Barnim und Teltow, Lebus mit dem Oderbruch im mittleren Teil, Hoher Fläming mit dem Raum Belzig/Jüterbog, Beeskow-Storkow und die Niederlausitz im Süden. Die naturräumliche Gliederung entstand im Quartär (Beginn vor ca. 2 Millionen Jahren) während der letzten Phase der Saale-Eiszeit und während des Brandenburger, Frankfurter und Pommerschen Stadiums der Weichsel-Eiszeit. Es entwickelten sich zahlreiche Kleinlandschaften aus Grundmoränenplatten mit Grundmoränenseen und Seerinnen, Endmoränenzügen, Sanderflächen und verzweigten Urstromtälern mit ebenen Talsandflächen. Dem entsprechen die Bodenverhältnisse im Land Brandenburg. Sandböden, sandige Lehmböden herrschen vor. In den Niederungen fanden auch Naß- und Torfböden Verbreitung. Der höchste Punkt Brandenburgs liegt im mehrgliedrigen Endmoränenzug Hoher Fläming auf dem Hagelberg bei Belzig (201 m), der tiefste mit 24 m über dem Meeresspiegel im Rhinluch - dem Westrand des Eberswalder Urstromtales - an der Dossemündung in die Havel. Die vielfältige naturräumliche Gliederung unseres Landes hat eine reizvolle, abwechslungsreiche Landschaft hervorgebracht, die für die touristische Erschließung zahlreiche Möglichkeiten bietet. Zweifellos wird in den kommenden Jahren der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftszweig Brandenburgs werden. Die Schönheit des Landes kommt durch die Gestaltung des Videos in besonderem Maße zur Geltung.

An Bodenschätzen wäre vor allem die Braunkohle zu nennen. Sie lagerte sich im Lausitzer Gebiet vor 10 bis 2 Millionen Jahren im Miozän sowie im Pliozän in vier Flözen ab; drei davon sind abbauwürdig. In der DDR wurde die Braunkohle zum wichtigsten Energieträger. Sie wurde zur Brikettierung, zur Elektrizitäts- und Gaserzeugung genutzt. Der Abbau der Braunkohle führte aber auch zur umfassendsten Umweltzerstörung Mitteleuropas; ganze Kulturlandschaften mußten der Kohle weichen. Die Bedeutung der Braunkohle als Energieträger wird in den kommenden Jahren abnehmen. Die Umstrukturierung des Wirtschaftsgroßraums Niederlausitz zieht erhebliche soziale Konflikte durch die große Zahl der Entlassungen nach sich. Neue Arbeitsplätze sind in dem einseitig strukturierten Wirtschaftsraum nur mit großem Aufwand zu schaffen. Von den Bodenschätzen ist noch der Torf erwähnenswert. Im 19. Jahrhundert wurde er für den Hausbrand gewonnen; heute findet der Torf vor allem in der Gartendüngung Verwendung. Tone (um Zehdenick oder Glindow) dienten der Herstellung von Ziegeln, die seit dem Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit ein wichtiges Produkt Brandenburgs waren.

Das Wetter im Land Brandenburg wird bestimmt von einer Übergangszone zwischen den atlantisch-maritimen und den östlich-kontinentalen Klimabereichen. Der Nordwesten Brandenburgs steht deshalb stärker unter dem milderen ausgleichenden Einfluß des maritimen Klimas. Der Südosten wird eher vom Kontinentalklima beeinflußt, d.h. größere Temperaturunterschiede sind zu beobachten: die Sommer sind hier etwas wärmer, die Winter etwas kälter. Die mittlere Jahrestemperatur Brandenburgs beträgt ca. 8 bis 8,5 oC, die Jahresniederschläge schwanken um 500 bis 600 mm.

Dem Klima einer Übergangszone und den unterschiedlichen Böden entspricht die ursprüngliche natürliche Vegetation. Birken-Kiefern-Eichen-Buchenmischwald war im Nordosten vorherrschend; Kiefern-Traubeneichenwald dominierte stärker im Süden und Osten. In der Schorfheide und auf dem nördlichen Landrücken stockten Eichen und Buchen. In den Niederungen - einschließlich dem Spreewald - wuchsen Erlenbruchwälder. Beginnend mit der mittelalterlichen Rodung wurde der Wald dezimiert und stärker ausgebeutet - Artenverarmung war die Folge. Bereits um 1900 betrug der Anteil des Nadelholzes (auf den sandigen Böden besonders der Kiefernanteil) 94% des gesamten Waldbestandes. Die Schorfheide erinnert heute noch am stärksten an die ursprüngliche Naturlandschaft. Als Ackerpflanzen werden in Brandenburg Roggen und Kartoffeln, auf den sandigen Lehmböden im Oderbruch und der östlichen Uckermark auch Weizen und Zuckerrüben genutzt. Tabak wurde um Schwedt kultiviert. Größere Bedeutung - besonders für den Berliner Markt - erhielt der Anbau von Obst und Gemüse im Spreewald, im Neißetal und um Werder. Um Werder und Lehnin wurde bereits im Mittelalter Wein angebaut, eine Tradition, die seit 1990 wieder intensiv gepflegt wird.

Die hydrologischen Bedingungen sind geprägt durch das Stromsystem von Elbe und Oder, wobei die Entwässerung besonders zur Elbe durch die Havel mit ihren Nebenflüssen (Spree, Nuthe, Plane, Rhin, Dosse) erfolgt. Zentrale Bedeutung hat die Havel, die als reiner Tieflandfluß bei 346 km Länge ganze 36 Meter Gefälle aufweist. Der Abfluß der Havel und ihrer Nebenflüsse ist demzufolge relativ gering. Das hat bei Hochwasser einen kilometerlangen Rückstau zur Folge. Damit werden in den Luchgebieten die Versumpfung oder kanalartige Verästelung (Spreewald) gefördert. Die Eingriffe des Menschen drängten durch Trockenlegung die Luchgebiete zurück, begünstigten aber auch durch den Mühlenstau die Versumpfung ursprünglich trockener Niederungen (besonders zwischen Rathenow und Potsdam). Für den Kanalbau waren die hydrologischen Bedingungen günstig. Die Kanäle folgten den Urstromtälern - wie z.B. der Oder-Havel-Kanal dem Eberswalder Urstromtal.

2.2 Hinweise zur historischen Entwicklung des Landes Brandenburg

Im Anschluß an die kurze Einführung in die Geographie einige Hinweise zur historischen Entwicklung Brandenburgs: Nachdem germanische Stämme seit dem 3./4. Jahrhundert die Siedlungsräume der späteren Mark Brandenburg verlassen hatten, nahmen Slawen von dem Gebiet seit dem 6./7. Jahrhundert Besitz. Mit dem ostfränkischen König Heinrich I. (919-936), dem 928/29 die Eroberung der "Brennaburg" gelang, begann die Eingliederung der westslawischen Gebiete in das ostfränkische, später deutsche Reich. Die Eroberungen wurden durch die Einbeziehung der Territorien in die Kirchenorganisation sowie durch die Gründung von Marken gefestigt. Zwischen mittlerer Elbe und Saale sowie der Oder ernannte Otto I. den Grafen Gero zum Markgrafen (ursprünglich vom jeweiligen Herrscher zur Sicherung eines Grenzgebietes beauftragt und mit weitgehenden Vollmachten ausgestattet). Nach dem Tod Geros 965 teilte Otto I. dessen Mark. Die südliche Hälfte zerfiel in mehrere kleine Marken; das Gebiet nördlich des Hohen Fläming und der Niederlausitz etwa bis zur Peene im heutigen Vorpommern erhielt den Namen Nordmark. Der Markgraf der Nordmark war auch für den Schutz des Territoriums der späteren Mark Brandenburg verantwortlich. Kirchliche Bindungen sollten die 948 gegründeten Bistümer Brandenburg und Havelberg sowie das 968 geschaffene Erzbistum Magdeburg festigen. Doch allen Bemühungen zum Trotz gelang es 983 den Slawen, die deutsche Herrschaft im Bereich der Nordmark zu beenden. Versuche Ottos III. (983-1002), die Gebiete wieder stärker an das Reich zu binden, scheiterten. In diesem Zusammenhang wurden 993 Potsdam und Geltow sowie 997 Belzig oder Beelitz erwähnt.

Die Geburtsstunde der Mark Brandenburg schlug im 12. Jahrhundert mit der erneuten deutschen Eroberung der Gebiete östlich der Elbe und dem Vordringen deutscher Siedler. Zunächst waren es wohl kleinere Adelsgeschlechter, die noch vor 1150 selbständig vordrangen und eigene Herrschaften in der Prignitz, im Raum Ruppin oder um Belzig gründeten. Der erste deutsche Fürst, der spätestens nach der endgültigen Eroberung der Brandenburg 1157 den Titel "Markgraf von Brandenburg" annahm, war der Askanier Albrecht der Bär (+1170). Bereits 1134 war Albrecht der Bär Markgraf der Nordmark geworden und konnte daraus Ansprüche auf dieses von den Slawen beherrschte Gebiet zwischen Elbe und Oder ableiten. Er mußte recht enge Beziehungen zum letzten slawischen Fürsten der Brandenburg Pribislaw - mit seiner Taufe nahm er den Namen Heinrich an - unterhalten haben, denn Pribislaw-Heinrich bestimmte Albrecht zu seinem Nachfolger.

Mit dem Vordringen der Askanier begannen auch andere fürstliche Gewalten - zu nennen sind die Magdeburger Erzbischöfe, die Markgrafen von Meißen (Wettiner) die Herzöge von Pommern (Greifen) und die schlesischen Herzöge (Piasten) -, die Gelegenheit zum Ausbau ihrer Macht zu nutzen. Zur Sicherung und Festigung der entstehenden Landesherrschaften förderten die deutschen und slawischen Herrschaftsträger die Besiedlung und Erschließung der neu erworbenen Territorien durch Bauern und Bürger. Die Gebiete wurden in die Kirchenorganisation eingegliedert, indem die Bistümer Havelberg und Brandenburg reorganisiert wurden. Polnischen Einfluß dokumentierte die Gründung des Bistums Lebus an der Oder um 1123/24 durch Boleslaw III. Auch die Bistümer Meißen (gegründet 968) und Cammin (gegründet 1148) gewannen mit dem Vordringen der Wettiner im Süden und der Pommern im Norden Einfluß in der sich entwickelnden Mark Brandenburg. Die an den zahlreichen Flüssen lebenden Slawen beteiligten sich am Landesausbau und wurden zum größten Teil assimiliert. Im 13. Jahrhundert setzten sich die Askanier als die entscheidende Kraft zwischen Elbe und Oder durch. Kleinere Adelsherrschaften wurden beseitigt (mit Ausnahme der Arnsteiner um Lindow-Ruppin), die anderen fürstlichen Gewalten in zum Teil mehrjährigen Kämpfen zurückgedrängt. So erwarben die Askaniern u.a. die Ostzauche um Beelitz, den Barnim, den Teltow, die Uckermark und das Land Lebus. Noch im 13. Jahrhundert begannen die Askanier mit der Okkupation östlich der Oder, die zur Bildung der Neumark führte.

Neben dem Landesausbau war die Entstehung neuer Städte von hoher Bedeutung für die Territorialbildung. Es waren vor allem militärische Gesichtspunkte und wirtschaftliche Interessen, die die Markgrafen bewogen, die Entstehung von Städten durch Förderung von Kaufmannsniederlassungen oder durch Neugründungen voranzutreiben. Von wenigen Ausnahmen (z.B. Eisenhüttenstadt) abgesehen, entstanden alle Städte unseres Bundeslandes im Mittelalter. Als Städtegründer traten besonders die Markgrafen Johann I. (1220-1266) und Otto III. (1220-1267) in Erscheinung. Sie förderten die Stadtentwicklung u.a. von Bernau, Berlin/Cölln, von Frankfurt/Oder, Friedland, Fürstenberg, Fürstenwalde, Gransee, Mittenwalde, Neubrandenburg, Prenzlau, Pritzwalk, Schwedt, Strausberg, Teltow, Templin.

Schnell entwickelte sich Brandenburg zu einer bedeutenden Landesherrschaft. Bereits im 13. Jahrhundert gehörten die Markgrafen von Brandenburg zu den deutschen Fürsten, die Vorrechte bei der Wahl des deutschen Königs besaßen. Der ungebremste Ausbau der Mark Brandenburg zu einer der geschlossensten Territorien des deutschen Reiches wurde mit dem Aussterben der brandenburgischen Askanier 1319/20 unterbrochen. Ihnen folgten als Markgrafen von 1324 bis 1373 die bayerischen Wittelsbacher und die Luxemburger (1373 bis 1411), die mit Ausnahme der kurzen Markgrafschaft Kaiser Karls IV. (1346-1378) von 1373 bis 1378 kaum Interesse am Aufschwung der Mark Brandenburg hatten. Unter Führung der Quitzows okkupierten schloßgesessene märkische Adelige markgräfliche Rechte und bauten die eigenen Herrschaften durch Unterdrückung der Städte und Klöster aus. Trotzdem war für den Hochadel der Besitz der Mark von Bedeutung. Die Mark Brandenburg erhielt endgültig mit der Goldenen Bulle 1356 die Kurwürde, also mit sechs anderen Reichsfürsten das alleinige Recht, den deutschen König zu wählen. Später bürgerte sich deshalb auch der Name "Kurmark" für die Kernlande Brandenburgs ein.

Den Hohenzollern sollte es vorbehalten bleiben, der Adelsanarchie ein Ende zu bereiten. 1411 setzte der gerade gekürte deutsche König Sigismund (1410-1437) den Nürnberger Burggrafen Friedrich VI. zunächst als Verweser, 1415 endgültig als Kurfürsten und Markgrafen ein, der als Friedrich I. bis 1440 die Geschicke der Mark leitete. Mit Unterstützung anderer Fürsten und der Städte bezwang Friedrich I. den Widerstand des aufsässigen Adels. Später brachen die Hohenzollern mit der relativen Unabhängigkeit der märkischen Städte, die nicht bereit waren, sich den Territorialherren unterzuordnen.

Seit dem 16. Jahrhundert zählten zur Kurmark in erster Linie die Gebiete westlich der Oder. Sie umfaßten die Altmark, die Prignitz, die Herrschaft Ruppin (seit 1524 - nach dem Aussterben der in Lindow-Ruppin sitzenden Arnsteiner), die ehemaligen Herrschaften Beeskow und Storkow, Zossen und Teupitz, das Land Lebus sowie im Zentrum die Mittelmark mit der Zauche, dem Havelland, dem Teltow, dem Barnim, der Uckermark und dem Land Löwenberg. Seit einer Landesteilung zwischen dem Kurfürsten Joachim II (1535-1571) und dem Markgrafen Johann von Küstrin (1535-1571) 1535 blieb die östlich der Oder liegende Neumark (mit Küstrin und Landsberg als wichtigste Orte) verwaltungsmäßig von den anderen Territorien der Mark getrennt. Außerdem gehörten das Land Sternberg, die Herrschaft Krossen und die Herrschaft Cottbus-Peitz als Exklave in der böhmischen Niederlausitz im 16. Jahrhundert zur Neumark.

An dieser territorialen Gliederung der Mark Brandenburg gab es bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts keine wesentlichen Veränderungen. Der Gebietszuwachs von 1614 (Herzogtum Kleve, Grafschaft Mark, Ravensberg und Ravenstein) und von 1618 (Preußen) war zwar für die Entwicklung des preußischen Staates von größter Bedeutung, die Kernlande waren aber nicht unmittelbar davon betroffen. Das endgültig 1680 an den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. (1640-1688) gefallene Erzbistum Magdeburg blieb gleichfalls - mit wenigen Ausnahmen - als Herzogtum eine selbständige verwaltungspolitische Einheit. Ähnlich verhält es sich bei den anderen durch den Großen Kurfürsten bzw. durch seine Nachfolger erworbenen Gebieten. Erst die napoleonische Besetzung und die preußischen Reformen führten zu einschneidenden Veränderungen. Napoleon trennte die Altmark von der Mark Brandenburg und gab das Land zwischen Salzwedel und Tangermünde seinem Bruder Jeróme, dem König von Westfalen. Im Zusammenhang mit der Neugliederung des preußischen Staates nach den Befreiungskriegen wurde die Altmark in die Provinz Sachsen eingegliedert, die im wesentlichen aus den Territorien des alten Erzstiftes bzw. Herzogtums Magdeburg gebildet wurde. Damit wurde nach über 600-jähriger gemeinsamer Geschichte die Altmark endgültig von Brandenburg getrennt. Doch das waren 1815 nicht alle Änderungen: Mit der Verordnung vom 30.4.1815 hörte die Mark Brandenburg de jure als verwaltungspolitische Einheit auf zu bestehen. Sie ging in der Provinz Brandenburg auf, die in drei Regierungsbezirke geteilt wurde. Der Regierungsbezirk Potsdam umfaßte im wesentlichen die alte Kurmark (ohne die Altmark) und wurde durch die ehemals sächsischen Ämter Belzig, Jüterbog, Dahme und Baruth ergänzt. Zum Regierungsbezirk Frankfurt a.O. gehörten die Neumark, das Land Lebus und die Niederlausitz. Berlin blieb zunächst ein selbständiger Regierungsbezirk, wurde aber 1821 in den Regierungsbezirk Potsdam integriert. 1881/82 erhielt Berlin formell seine Selbständigkeit, die 1920 mit der Bildung von Groß-Berlin erweitert wurde.

Erneute einschneidende Veränderungen brachte das Ende des 2. Weltkrieges und seine Folgen. Die märkischen Gebiete östlich der Oder gingen als Entschädigung und Bestrafung Deutschlands für die Kriegsfolgen in das polnische Staatsgebiet ein. Durch die Schwächung Deutschlands und durch die mit der Grenzverschiebung entstandene Pufferzone hofften die Alliierten, einem neuen Angriffskrieg vorzubeugen. Endgültig erkannte die Bundesrepublik Deutschland die Oder-Neiße-Grenze als Westgrenze Polens am 12. September 1990 an.

Die verbliebenen Teile der Provinz bildeten 1947 das Land Brandenburg, das jedoch nur fünf Jahre von Bestand war. Nachdem bereits 1950 umfangreiche Veränderungen der Kreisstruktur vorgenommen worden waren, hörten mit der Bildung der Bezirke 1952 die Länder auf zu existieren. Das Land Brandenburg wurde in die Bezirke Potsdam, Frankfurt a.O. und Cottbus aufgeteilt. Die Bezirke Schwerin, Magdeburg und Neubrandenburg erhielten mit der Westprignitz (Perleberg, Wittenberge, Lenzen), Havelberg und den Kreisen Prenzlau sowie Templin märkisches Land.

Bereits im Herbst 1989 gab es erste Bestrebungen, diese Bezirke aufzulösen und die historisch gewachsenen Länder neu zu bilden. Unmittelbar nach der Wende wurde dieses Verlangen, das die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung unterstützte, in die Tat umgesetzt. Der größte Teil der alten Mark Brandenburg ging - aber ohne die Region um Havelberg und ohne die 1815 ausgegliederte Altmark - 1990 in dem Land Brandenburg auf.

3. Hinweise zum Inhalt des Films

Die namengebende Burg "Brendanburg", die 948 im Zusammenhang mit der Gründung des Bistums Brandenburg in einer im Original erhaltenen Urkunde des Königs und späteren Kaisers Otto I. (936-973) erstmals erwähnt wird, ist sicher der wichtigste Ort der werdenden Mark Brandenburg und steht somit zu Recht am Anfang der Reise durch das Land Brandenburg. Es werden historische Zeugnisse der brandenburgischen Stadtgeschichte gezeigt, ohne daß der Sprecher allerdings darauf eingeht. Der Sprecher nutzt die Bilder der Stadt, um wenige Hinweise zur Geschichte Brandenburgs zu vermitteln (siehe dazu 2.1.). Gezeigt werden im Film der Steintorturm, der erstmals 1433 erwähnt wird, dann Teile der erhaltenen Stadtmauer. Leider wird eines der wichtigsten Denkmale Brandenburgs nur sehr kurz eingeblendet: der Brandenburger Dom mit seinen umliegenden Gebäuden, den Domkurien. Der erhaltene Nordturm des Westbaus stammt noch aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts und ist somit der wahrscheinlich älteste Backsteinbau im heutigen Land Brandenburg. Sehenswert sind insbesondere die Krypta (1220-1240) und der berühmte Domschatz, der zum Teil im Dommuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Zu sehen ist auch die Brandenburger Katharinenkirche, die Pfarrkirche der Neustadt . Als ein weiteres wichtiges Zeugnis der Stadtgeschichte wird kurz ein Roland eingeblendet. Laut Inschrift auf der Rückseite entstand dieser Roland 1474. Er stellt ein mittelalterliches Rechtssymbol dar und war vermutlich Ausdruck der städtischen Gerichtsbarkeit; eventuell bezog er sich auch auf die Marktgerechtigkeit. Ursprünglich stand der Roland auf dem Neustädter Markt. 1946 bekam der Neustädter Roland einen Platz vor dem Altstädtischen Rathaus.

Zum Verständnis der Ausführungen des Erzählers einige Ergänzungen: Widukind, der sächsische Geschichtsschreiber, überliefert erst um 967, daß "Brennaburg" bereits 928/29 von Heinrich I. erobert worden war (siehe 2.1.). Deshalb ist die Erwähnung von 948 der älteste Beleg für die Bezeichnung der Burg. Die Herkunft des Namens "Brandenburg" ist umstritten. Nach neuesten Forschungen ist er aber wahrscheinlich germanischen Ursprungs. Die endgültige Übernahme der "Brandenburg" war nicht nur den Siegen über die Slawen zu verdanken, sondern Albrecht der Bär trat das Erbe Pribislaw-Heinrichs an. Da in der Altstadt Brandenburg neben den Markgrafen zunächst auch ein vom deutschen König eingesetzter Burggraf Rechte hatte, gründeten die Askanier vor 1196 (erstmalige Erwähnung) die Neustadt Brandenburg auf dem Zauche-Ufer der Havel. Die Zauche hatten die Askanier als Patengeschenk erhalten (siehe oben) und galt deshalb unumstritten als ihr Eigentum. Neu- und Altstadt Brandenburg blieben bis 1715 getrennt.

Als aktuelles Problem der Stadt Brandenburg wird die Zukunft des Stahlwerkes angesprochen. Inzwischen ist dieses Werk geschlossen worden. Daran anknüpfend nutzt der Sprecher die Bahnreise zur nächsten Stadt, um auf die Anpassungsprobleme der Industrie und der Landwirtschaft an marktwirtschaftliche Strukturen aufmerksam zu machen.

Fürstenwalde, die zweite Station der Reise, wird vor allem als Stadt des Tourismus vorgestellt. Vorab einige Informationen zur Entwicklung der Stadt, ohne die die Ausführungen des Sprechers nicht verständlich sind. Fürstenwalde verdankt seine Entstehung vermutlich den Herzögen von Schlesien, die vor 1250 zur Sicherung des Spreeübergangs zwischen dem Land Lebus und Beeskow-Storkow die Siedlung förderten. Vielleicht ist die planmäßig angelegte Stadt aber auch den Askaniern zuzuschreiben, die dieses Gebiet in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts besaßen. Nach der ersten Erwähnung 1272 wird Fürstenwalde bereits 1285 als "civitas" bezeichnet. Die Wittelsbacher verpfändeten Fürstenwalde 1328 dem Herzog von Sachsen. Wichtiger für die Entwicklung der Stadt war 1354 die Übereignung an den Bischof von Lebus, der seit 1373 Fürstenwalde als Residenz ausbaute. Deshalb war die im Video erwähnte Stadt- und Pfarrkirche St. Marien von 1373-1555 Domkirche des Bistums Lebus. Der Kirchenbau, dessen Turm im Film eingerüstet zu sehen ist, wurde von 1446 bis ca. 1470 fertiggestellt. Einer der Baumeister Friedrichs des Großen (1740-1786) - Johann Boumann d.Ä. - gestaltete 1769/71 die Kirche um. Bedeutsam ist auch das spätgotische zweigeschossige Rathaus mit einer offenen ehemaligen Gerichtslaube (sie wird kurz eingeblendet) aus dem Jahre 1511. Der von den Autoren erwähnte Dietrich von Bülow war von 1490 bis 1523 Bischof von Lebus - sein Epitaph ist in der Domkirche erhalten - und beteiligte sich u.a. kurzzeitig als Kanzler am Ausbau der Frankfurter Universität "Viadrina" (siehe Stichwort Frankfurt/Oder). Der von ihm initiierte Ausbau der Stadtmauer, deren Reste im Film zu sehen sind, stand im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen um die Reformation.

Anschließend beschreiben die Autoren in Bild und Ton die Herkunft der vor dem Alten Museum in Berlin aufgestellten Granitschale. Die runde polierte Schale mit einem Durchmesser von fast 7 Metern hat Gottlieb Christian Cantian aus einem Findling der Rauenschen Berge bei Fürstenwalde nach einem Entwurf von Schinkel 1826 bis 1829 gearbeitet.

Danach wird das benachbarte Bad Saarow am Scharmützelsee, eine Gründung der Neuzeit, eingeblendet. Saarow entwickelte sich aus einer modernen Villenkolonie (1905/06 angelegt) zu einem bekannten Luftkur- und Seebadeort des Berliner Bürgertums (1923 Gründung der Landgemeinde Bad Saarow). Zu den prominenten Gästen gehörte 1922/23 Maxim Gorki. Er arbeitete hier allerdings nicht - wie der Sprecher bemerkt - an seinem bereits um 1906 fertiggestellten Roman "Die Mutter", sondern setzte "Das Werk der Artamonows" fort. Andere Prominente, die sich zeitweilig in Bad Saarow aufhielten, waren Georg Michaelis, 1917 Reichskanzler, Boxweltmeister Max Schmeling, Robert Ley, Führer der faschistischen "Deutschen Arbeitsfront", und Johannes R. Becher, Schriftsteller und 1954 erster Kulturminister der DDR.

Die im Video erwähnten Orte Welzow und Neupetershain entwickelten sich erst in den letzten Jahrzehnten durch den zunehmenden Braunkohleabbau (siehe Punkt 2.1.), dessen Dimensionen aufgrund der gezeigten Bilder zu ahnen sind, zu größeren Industrie- und Arbeiterwohnsiedlungen. Der Filmausschnitt macht die ökologischen Folgen und die gegenwärtigen wirtschaftlichen Probleme der Tagebaue im Süden Brandenburgs deutlich.

Nach dieser Szene zum Braunkohleabbau wendet sich das Video dem benachbarten Spreewald zu. Als Tor zum Spreewald gewann Lübbenau besonders durch den Tourismus an Bedeutung. Seit den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde von Lübbenau aus der Spreewald erschlossen. Mit malerischen Bildern wird die Schönheit und die Eigenart dieser Landschaft dargestellt. Der Sprecher weist auf die Entstehung des Spreewaldes während der letzten Eiszeit hin (siehe 2.1.). Schließlich wird das bekannte Museumsdorf Lehde mit typischen Bauernhäusern aus dem Spreewald gezeigt und auf die lebendige sorbische Kultur hingewiesen. Zur Geschichte der Sorben einige ausführlichere Informationen:

Die als Sorben bezeichneten Westslawen zwischen Lübben und Bautzen sind die einzige größere nationale Minderheit in Deutschland. Über die Oder drangen wahrscheinlich Milzener und Lusitzer, deren Name auf das besiedelte Territorium übertragen wurde, in die Ober- bzw. Niederlausitz vor. Aus dem Süden wanderten verschiedene offenbar verwandte slawische Stammesgruppen in das Territorium zwischen Saale und Bober (Bóbr) ein. Mit dem slawischen Namen "Sorben" (identisch mit dem Namen "Serben"; die verwandtschaftlichen Beziehungen mit den Südslawen sind nicht hinreichend geklärt) bezeichneten die Franken ursprünglich eine offenbar östlich der mittleren Saale siedelnde Stammesgruppe. Der Name wurde bis ins 12. Jahrhundert auf alle eingewanderten slawischen Stämme in dieser Region (einschließlich der Lausitz!) übertragen. Die im 10. Jahrhundert langsam einsetzende, im 12. Jahrhundert insbesondere von den Wettinern geförderte bäuerliche Landnahme schränkte den Siedlungsraum der - jetzt Sorben genannten - Slawen immer stärker ein, so daß ein großer Teil assimiliert wurde. Ein kleiner Teil der Milzener um Bautzen und der Lusitzer im Spreewald konnte in der Lausitz bis in die Gegenwart die ethnische Identität bewahren. Der im Film gelegentlich benutzte Begriff "Wenden" (lat. Venedi - "die Befreundeten") war die Volksbezeichnung der Germanen für die slawischen Stämme und lebt als Sammelbegriff bis heute fort. Im März 1994 wurden im Land Brandenburg die Rechte und der Minderheitenschutz der Sorben gesetzlich festgeschrieben.

Im Anschluß an den Ausflug in den Spreewald informiert der Film relativ ausführlich über das Schiffshebewerk bei Niederfinow. Der Ort ist besonders durch dieses 1927/34 entstandene bedeutende technische Denkmal bekannt geworden. Mit dem Bau des Oder-Havel-Kanals 1906/14 mußte ein Höhenunterschied von 36 Metern überwunden werden. Die bis 1914 gebaute erste Schleuse genügte bald den Anforderungen nicht mehr, da größere Schiffe diese nicht passieren konnten. Deshalb wurde hier das seinerzeit weltgrößte Schiffshebewerk errichtet, das eine Tragfähigkeit von 1000 Tonnen und eine Höhe von 93 Metern hat.

Die folgenden Bilder leiten über zu einem neuen Thema: die Trockenlegung des Oderbruchs. Relativ ausführlich geht der Sprecher - von stimmungsvollen Bildern der Landschaft und eines Bauernhofes unterstützt - auf die Geschichte und die Hintergründe dieser Meliorationsarbeiten ein. Auch hierzu einige ergänzende Informationen: Friedrich Wilhelm I. (1713-1740) bemühte sich seit 1717, das Oderbruch trockenzulegen, um fruchtbares Acker- und Weideland zu gewinnen. Erst seinem Sohn Friedrich dem Großen (1740-1786) blieb es aber vorbehalten, nach 1747 die Trockenlegung und Urbarmachung des Oderbruches zu veranlassen. Er beauftragte Simon Leonhard van Harlem, einen Niederländer mit großen Erfahrungen bei der Eindeichung, die Arbeiten fortzusetzen. Der im Film erwähnte Mathematiker Leonhard Euler hatte das Deichsystem überprüft. Bis 1753 war die "Neue Oder", ein Kanal von Güstebiese bis Hohensaaten, fertiggestellt. Insgesamt wurden im Oderbruch zur Zeit Friedrichs des Großen ca. 1130 Familien in neu gegründeten Bauerndörfern angesiedelt. Mehr als die Hälfte der Bewohner stammten nicht aus dem Königreich Preußen; sie kamen aus Polen und Sachsen, Böhmen, Mähren, Braunschweig, Hessen, Thüringen, Mecklenburg und Schwedisch-Pommern, aus Württemberg, der Pfalz, aber auch aus der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden. Es entstanden insgesamt 30 Kolonistendörfer, die normalerweise auch heute noch am Präfix "Neu" im Ortsnamen zu erkennen sind. Bekannt ist die Friedrich dem Großen zugeschriebene Einschätzung anläßlich einer Besichtigung des Oderbruchs kurz nach dem Siebenjährigen Krieg: "Hier habe ich im Frieden eine Provinz erobert." Die neu erschlossenen Ländereien gehörten zu den fruchtbarsten des preußischen Königreiches. Die wirtschaftlichen Erwartungen, die die Hohenzollern mit dieser Urbarmachung und Siedlungsverdichtung verbanden, haben sich erfüllt. Mit der Ansetzung von Siedlern förderte der König auch den Einsatz neuer landwirtschaftlicher Methoden, um die Erträge und die Viehbestände zu erhöhen. Dazu gehörte die Förderung des Kartoffelanbaus, aber auch die Bestellung mit Futterpflanzen als Voraussetzung für die Stallfütterung. Friedrich der Große gab Anregungen für die Kultivierung von Hopfen, Tabak, Flachs, verschiedenen Obstsorten usw. Auf diese Zusammenhänge wird im Video aufmerksam gemacht.

Über den Film hinausgehend sei darauf verwiesen, daß Friedrich II. ebenfalls die Netze und die Warthe in der Neumark regulieren ließ. Hier entstanden 130 neue Ortschaften mit ca. 3000 Familien. Schließlich soll auch noch die Trockenlegung der Rhin- und Dosseniederung ab 1773 erwähnt werden, in der ca. 1285 Familien in 25 Dörfern eine neue Heimat fanden.

Die nächste Reisestation der Filmemacher ist Neuruppin. Zunächst wird als ein Beispiel des wirtschaftlichen Aufschwungs in dieser Region ein Gewerbepark gezeigt. Der wichtigste Wirtschaftsfaktor wird aber in den nächsten Jahren der Tourismus sein. Die Umgebung mit den Seen und der Ruppiner Schweiz bietet dafür alle Voraussetzungen. Durch ausgewählte Filmausschnitte machen die Regisseure auf die Schönheit der Landschaft aufmerksam.

Zur Geschichte der bedeutenden brandenburgischen Stadt einige Ergänzungen: Neuruppin war eine planmäßige Stadtgründung der Grafen von Lindow-Ruppin, einer Nebenlinie der Arnsteiner, die 1256 mit der Verleihung des Stadtrechts abgeschlossen war. Neuruppin gehörte bereits im Mittelalter zu den größeren nordostdeutschen Städten. Erhalten sind aus dieser Zeit - wie im Film zu sehen - u.a. Reste der Stadtmauer und Teile der Klosterkirche St. Trinitatis. Die Kirche gehörte zu einem bereits 1246 gegründeten Dominikanerkloster, der ersten Niederlassung des Ordens zwischen Elbe und Oder. Nach dem Aussterben der Grafen von Lindow-Ruppin 1524 kam Neuruppin an die Mark Brandenburg (siehe 2.1.). Im Jahre 1688 wurde Neuruppin eine der ersten Garnisonstädte Brandenburgs. Hier war Kronprinz Friedrich 1732-1740 nach seinem erfolglosen Fluchtversuch und anschließender Haft in Küstrin Kommandeur. An den Aufenthalt des jungen Friedrich erinnern einige interessante Baudenkmale der Stadt, u.a. der kurz eingeblendete Apollotempel, das erste Bauwerk des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Leider versäumt es der Sprecher, auf die gezeigten Sehenswürdigkeiten der Stadt hinzuweisen. Ein wichtiger Einschnitt in die Entwicklung der Stadt war der Flächenbrand von 1787, bei dem ca. 400 Häuser der Stadt ein Opfer der Flammen wurden. Deshalb erfolgte von 1788 bis 1804 der Wiederaufbau, der nach einem einheitlich geplanten Grundriß durchgesetzt wurde. Bekannt wurde Neuruppin über die Mark Brandenburg hinaus durch zwei bedeutende Söhne der Stadt: Karl Friedrich Schinkel wurde 1781 in Neuruppin geboren, 1819 Theodor Fontane. Beide verlebten ihre Kindheit und Jugend in der Stadt und blieben Neuruppin zeit ihres Lebens verbunden. Die ihnen gewidmeten Denkmale sind im Film zu sehen. Weltberühmt wurde Neuruppin jedoch durch den kurz vom Sprecher erwähnten Neuruppiner Bilderbogen. Durch eine geschickte Kombination von Zeichnung und Schrift wurde der Bilderbogen zu einem Vorläufer der modernen Comics. Die klaren Bildstrukturen und die Aktualität der dargestellten Nachrichten sprachen breite Bevölkerungskreise an. Der Buchdrucker Johann Bernhard Kühn begann 1810 mit der Herstellung. Sein Sohn Gustav Kühn nutzte neue Drucktechniken und ermöglichte eine preiswerte Massenproduktion des Neuruppiner Bilderbogens, der bald in die ganze Welt vertrieben wurde. Erst mit der Entstehung neuer Kommunikationsmittel in unserem Jahrhundert ging die Produktion zurück und wurde 1935 eingestellt.

Mit eindrucksvollen Bildern wird die Schorfheide als ein ausgedehntes, wildreiches Waldgebiet in der südlichen Uckermark vorgestellt. Die Schorfheide umfaßt ca. 400 km2, mehrere Seen und ökologisch bedeutsame Eichen- und Wacholderbestände. Seit dem 19. Jahrhundert war dieser Wald beliebtes Jagdrevier der deutschen Potentaten. Den gezeigten Gedenkstein vom 22. März 1897 widmete Kaiser Wilhelm II. (1888-1918) seinem Großvater, Wilhelm II. (1861/71-1888), der auf dem Stein mit dem Beinamen "der Große" bezeichnet wird.

Anschließend wenden sich die Drehbuchautoren der Landeshauptstadt Potsdam zu. Potsdam, erstmals 993 als "Poztupimi" erwähnt, war ursprünglich eine slawische Burg (gegenüber der Nuthemündung); wahrscheinlich im 12./13. Jahrhundert eroberten deutsche Siedlungsträger den Potsdamer Raum. In Anlehnung an die frühdeutsche Burg (sie lag auf dem Gelände des ehemaligen Stadtschlosses) entwickelte sich dann eine kleine Stadt. Größere Bedeutung erlangte Potsdam aber erst - darauf wird im Film hingewiesen -, nachdem sich 1660 der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm I. (1640-1688) entschlossen hatte, hier seine zweite Residenz (nach Berlin) aufzubauen. Zur bedeutenden Garnison wurde Potsdam, anders als im Film zum Ausdruck gebracht, erst unter dem Soldatenkönig, Friedrich Wilhelm I. (1713-1740), der auch wesentlich den Ausbau der Stadt vorantrieb (nach 1720 1. Stadterweiterung; 2. Stadterweiterung ab 1732). Im folgenden einige ergänzende Hinweise zu den im Film genannten bzw. kommentarlos gezeigten Sehenswürdigkeiten:

Die Katholische Kirche St. Peter und Paul am Bassinplatz erbaute 1867-68 Wilhelm Salzenberg. Nach Plänen Karl Friedrich Schinkels entstand zwischen 1830 und 1850 in mehreren Bauphasen die Nikolaikirche. (Die Verfasser verwechseln die Nikolaikirche, die im Bild gezeigt wird, mit der Französischen Kirche. Letztere wurde 1751/53 von Johann Boumann d.Ä. nach Entwürfen Georg Wenzeslaus von Knobelsdorffs errichtet.) Das kurz gezeigte Nauener Tor gehört zu den frühesten neugotischen Bauwerken in Europa. Es wurde nach Entwürfen Friedrichs des Großen 1754/55 von Johann Gottfried Büring umgestaltet. Das Holländische Viertel ließ Friedrich Wilhelm I. im Rahmen der zweiten Stadterweiterung ab 1733 errichten. Die Bebauung ist in ihrer Art außerhalb der Niederlande einzigartig. Die Anlage wurde unter Friedrich II. 1773-85 mit der Gestaltung des Bassinplatzes nach Süden erweitert und abgeschlossen. Park und Schloß Sanssouci gehen auf Vorstellungen Friedrichs des Großen zurück. Seit 1744 wurde der Park angelegt und ist bis 1913 durch Erweiterungen zur jetzigen Größe angewachsen. Das Lustschloß Sanssouci erbaute Knobelsdorff von 1745 bis 1747 unter maßgeblicher Mitwirkung des Königs. Seine letzte Ruhestätte neben dem Schloß Sanssouci ließ Friedrich bereits 1745 errichten. Seine Nachfolger mißachteten aber den letzten Willen des Königs und ließen Friedrich neben seinem Vater Friedrich Wilhelm I. in der Garnisonkirche beisetzen. Die Irrfahrt der Särge begann erst im zweiten Weltkrieg. Die Beisetzung am 17.08.1991 erfüllte das Testament Friedrichs des Großen. Der Neue Garten am Heiligen See geht auf Friedrich Wilhelm II. (1786-1797) zurück und wurde zwischen 1787 und 1797 angelegt. Die letzte Erweiterung des Parks erfolgte 1913 bis 1917 mit dem Bau von Schloß Cecilienhof, dem letzten Schloßbau der Hohenzollern auf märkischem Boden. Paul Schulze-Naumburg zeichnete für das Schloß verantwortlich, das er für Kronprinz Wilhelm und dessen Frau Cecilie erbaute. Die Tagung der Alliierten USA, UdSSR und Großbritannien, die zum Potsdamer Abkommen führte, fand hier vom 17. Juli bis 2. August 1945 statt. (Den im Film erwähnten "Großen Garten" gibt es nicht, die Autoren meinen offensichtlich den Neuen Garten.) Die Entstehung der Kolonie "Alexandrowka" 1826 ist eng mit der preußisch-russischen Geschichte verknüpft. Mit Billigung des russischen Zaren Alexander I. (1801-1825) blieben 62 russische Kriegsgefangene in Potsdam, die als Männerchor in das 1. Garde-Regiment zu Fuß eingegliedert wurden. Nach dem Tode Alexanders I. 1825 - die preußische Prinzessin Charlotte hatte inzwischen den russischen Thronfolger Nikolaus geheiratet - beschloß die preußische Regierung, für die letzten 12 Sänger zur Erinnerung an Alexander eine Kolonie nach dem Vorbild russischer Militärdörfer anzulegen. Mit der Gestaltung wurde Peter Joseph Lenné beauftragt. Noch heute leben Nachkommen dieser russischen Sänger in Alexandrowka.

Der Potsdamer Ortsteil Babelsberg wird im Video nur als Filmstadt erwähnt. Er hat aber eine interessante Geschichte. 1751 gründete Friedrich der Große neben dem alten Bauerndorf Neuendorf die Weberkolonie Nowawes. Der industriellen Entwicklung im 19. Jahrhundert wurde 1907 mit der Vereinigung beider Orte unter dem Ortsnamen "Nowawes" Rechnung getragen, 1924 erhielt der Ort Stadtrecht. Im Jahre 1911 hatte die "Deutsche Bioscop-Gesellschaft" die Reste einer Kunstblumenfabrik im späteren Babelsberg erworben. Hieraus entwickelte sich die 1917 gegründete "Universum-Film AG" - kurz UFA genannt. Den Namen "Babelsberg" erhielt die Siedlung erst, nachdem 1938 die Villenkolonie "Neubabelsberg" mit Nowawes vereinigt wurde. Ein Jahr später wurde Babelsberg schließlich von Potsdam eingemeindet. Das Schloß Babelsberg wurde als Sommersitz für den Kronprinzen, späteren König und Kaiser Wilhelm II. (1861/71-1888) von 1843-49 nach Plänen von Schinkel ausgeführt. Der Park Babelsberg wurde zunächst von Lenné, nach 1843 aber federführend von Hermann Fürst von Pückler-Muskau, der im Film nicht erwähnt wird, gestaltet.

Die letzten beiden Stationen des Streifzugs durch das Land Brandenburg werden nur noch in wenigen Bildern und Worten vorgestellt. Für Frankfurt/Oder wird besonders die Bedeutung der Universität betont. Bereits im Jahre 1506 wurde in Frankfurt die erste brandenburgische Universität, die Alma mater Viadrina (abgeleitet von "Viadrus", der lateinischen Bezeichnung für "Oder") gegründet. Sie entwickelte sich, unterstützt durch die Leipziger Universität, in den ersten Jahren schnell zu einer bedeutenden deutschen Universität. Die Viadrina büßte allerdings bald an Anziehungskraft ein, da sie sich erst 1537/39 der Reformation anschloß. In den ersten Jahren nach der Gründung studierten u.a. Ulrich v. Hutten (1506/07) und Thomas Müntzer (1512) an der Viadrina, im 18. Jahrhundert die Gebrüder Humboldt (1787/88) und Heinrich v. Kleist (1799/1800). Sie werden im Film genannt. Ein Jahr nach Gründung der Berliner Universität 1810 wurde die Viadrina aufgelöst und ging in der Breslauer Leopoldina auf. Nach der Wende wurde diese Lehrstätte als "Europa-Universität Frankfurt/Oder Viadrina" neugegründet. Ihr besonderer Charakter ergibt sich durch die Orientierung auf Osteuropa, wobei Schwerpunkt die Zusammenarbeit mit Polen ist. Die Anfänge des kurz im Film gezeigten Frankfurter Rathauses gehen wahrscheinlich auf das 13. Jahrhundert zurück. Bis in unser Jahrhundert wurde der Bau durch mehrere Umbauten und Erweiterungen verändert. Frankfurt/Oder wurde mit der Verwaltungsreform 1952 Zentrum des gleichnamigen Bezirks.

Schließlich gehen die Verfasser des Films noch kurz auf die Stadt Cottbus ein. Mit den umfangreichen Braunkohletagebauen, die seit dem 19. Jahrhunderts in der Region angelegt wurden, entwickelte sich Cottbus zu einem wichtigen Industriestandort. Im Juli 1952 erhielt Cottbus den Status einer Bezirksstadt. 1992 wurde die Technische Universität Cottbus gegründet, die im Land Brandenburg ingenieurwissenschaftliche Studiengänge anbietet. Schloß Branitz, kurz im Film zu sehen, entstand 1772. In der Nähe befindet sich auch das in einer Wasserpyramide eingebaute Grab des Gartenkünstlers Hermann Fürst von Pückler-Muskau, der seine letzten Jahre auf seinem Gut in Branitz verbrachte. Das eingeblendete Stadttheater im Jugendstil (es wurden aber auch klassizistische und barocke Stilelemente verwendet) wurde 1908 nach Entwürfen des Berliner Architekten Bernhard Sehring errichtet.

Mit den letzten Bildern - Luftbildaufnahmen - zeigen die Drehbuchautoren nochmal einige Stationen der Fahrt, weisen auf die angrenzenden Bundesländer hin und fordern die Zuschauer auf, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen, um die Schönheiten des Landes Brandenburg zu erkunden.

4.    Anregungen zur Verwendung des Films im Unterricht

Da die Sendung allgemein in die historische Landeskunde einführt und sehr viele unterschiedliche Themen angesprochen werden, ist das Unterrichtsmittel besonders zur Einführung in ein größeres Stoffgebiet, in dem heimatkundliche Themen behandelt werden, geeignet. Deshalb könnte das Video sowohl im Fach Erdkunde - wie ausgewiesen-, aber auch im Fach Geschichte eingesetzt werden.

Die Schüler gewinnen einen ersten Überblick über die Vielgestaltigkeit und den Reiz Brandenburgs; einzelne Themen könnten herausgegriffen und vertiefend behandelt werden. Günstig wäre es, den Schülern konkrete Aufträge zu geben. Ausgehend von der Sendung wäre es sogar möglich, Projekte unter Einbeziehung der Schüler zu erarbeiten. Von der Themenwahl, über die Planung und Materialbeschaffung bis zur Analyse und sachgerechten Darstellung erhalten die Schüler Anregungen zum entdeckenden und forschenden Lernen. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Film sollte dabei auf den unterschiedlichsten Ebenen (inhaltlich, künstlerisch etc.) auf keinen Fall zu kurz kommen! Zur Vorbereitung dienen die Ausführungen in diesem Heft.

An einem Beispiel sei der Einsatz des Films erläutert:

Das Video wird genutzt, um in die Geographie des Landes Brandenburg einzuführen. Vor dem Abspielen des Films werden Arbeitsgruppen gebildet. Jede erhält einen der folgenden Aufträge:

. Welche Städte werden in dem Film gezeigt?

. Notiere die genannten Persönlichkeiten!

. Welche Bauwerke sind von Potsdam (oder einer anderen, in der Nähe des Schulortes gelegenen Stadt) zu sehen?

. Nenne die landschaftlichen Besonderheiten Brandenburgs! Werden im Film Erklärungen zu ihrer Entstehung gegeben?

. Welche Flüsse des Landes Brandenburg sind im Film zu sehen?

(Die Zahl der Arbeitsaufträge läßt sich problemlos erweitern.)

Unmittelbar nach der Sendung geben die Schüler erste Eindrücke wieder. Die Arbeitsgruppen beantworten kurz die Fragen und zeigen - beispielsweise die Städte - auf der Karte. Da der Film eine Sendedauer von ca. 30 Minuten hat, bleibt für eine ausführliche Erörterung keine Zeit. Deshalb erhalten die Arbeitsgruppen (oder jeder einzelne Schüler) die Aufgabe, sich zur nächsten Stunde (oder in mehreren Unterrichtsstunden) über die erwähnten Städte, Persönlichkeiten, Bauwerke, landschaftlichen Besonderheiten oder Flüsse weitergehend zu informieren und einen Kurzvortrag vorzubereiten. Die Schüler werden dadurch angeregt, sich mit dem Inhalt des Videos auseinanderzusetzen sowie sich selbständig und gezielt Informationen über konkrete Themen zu erarbeiten.

Je nach Kenntnisstand muß die Arbeit der Schüler mit Zusatzfragen gesteuert werden; solche Zusatzfragen könnten sein (bezogen auf Thema 1): Wann sind die Städte gegründet worden? Nenne charakteristische Merkmale der Städte! Was konntest Du über die Wirtschaft dieser Orte in Erfahrung bringen? Wieviel Einwohner leben in den Städten? Gibt es im Land Brandenburg noch andere wichtige Städte, die im Film nicht erwähnt werden? Wo und an welchen Flüssen liegen die Städte? Welche Stadt würdest du gern einmal besuchen? Welche Stadt kennst du besonders gut - schildere deine Eindrücke! Bei entsprechender Anleitung und Vorbereitung kann auf diese Art und Weise durchaus eine Unterrichtsstunde "Städte im Land Brandenburg" gestaltet werden.

Neben der Einführung in einen neuen Stoffkomplex wäre es auch sinnvoll, die Sendung zur Zusammenfassung einzusetzen.

Allerdings sollten die didaktischen Möglichkeiten dieses Videos nicht überschätzt werden. Die künstlerische Umsetzung dürfte eher Erwachsene ansprechen, weniger aber Schüler. Je nach Klassensituation und Stoffplanung sollte der Lehrer über den Einsatz des Films entscheiden. 

5.    Kommentierte Auswahlbibliographie

Berlin und Brandenburg. Hrsg. von G. Heinrich, Stuttgart 1985 (= Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands 10).

Das Lexikon kann als sehr informativer Führer insbesondere zur Lokal- und Kunstgeschichte genutzt werden. In wenigen Sätzen wird die Geschichte der einzelnen Ortschaften beschrieben.

Brandenburg. Historische Landeskunde Mitteldeutschlands, hrsg. von Hermann Heckmann, 2. Aufl., Würzburg 1991

Mehrere Autoren unternehmen hier den Versuch, ein möglichst viele Bereiche der Geschichte umfassendes Bild der Entwicklung Brandenburgs zu entwerfen. Nach einem kurzgefaßten historischen Überblick zur Ur- und Frühgeschichte und zur Historie Brandenburgs wurden in dem Band u.a. Beiträge über die Fürstenhäuser, zur Militär-, Sozial-, Siedlungs-, Wirtschafts-, Verwaltungs-, Sprach- und Stadtgeschichte integriert. Auch solche Themen wie Geographie, Kirchen, Bildungswesen, Architektur, Literatur, Musik, Sport oder Medizin in der Mark Brandenburg fehlen nicht. Ein ausführlicher Anhang mit Zeittafel, Städteverzeichnis, einer Übersicht brandenburgischer Stadtwappen, diversen Abbildungen, Karten sowie einer Bibliographie ergänzt diese Publikation.

Brandenburgisches Namenbuch, Teil 1: Die Ortsnamen der Zauche, hrsg. von R. E. Fischer, Weimar 1967; Teil 2: Die Ortsnamen des Kreises Belzig, hrsg. von R. E. Fischer, Weimar 1970; Teil 3: Die Ortsnamen des Teltow, hrsg. von G. Schlimpert, Weimar 1972; Teil 4: Die Ortsnamen des Havellandes, hrsg. von R. E. Fischer, Weimar 1976; Teil 5: Die Ortsnamen des Barnim, hrsg. von G. Schlimpert, Weimar 1984; Teil 6: Die Ortsnamen der Prignitz, hrsg. von S. Wauer, Weimar 1989; Teil 7: Die Ortsnamen des Kreises Jüterbog-Luckenwalde, hrsg. von G. Schlimpert, Weimar 1991

Das bedeutendste Standardwerk zur brandenburgischen Namenforschung; mit zahlreichen Belegen der Ersterwähnung aller Orte Brandenburgs. Die Reihe wird fortgesetzt.

Corpus archäologischer Quellen zur Frühgeschichte auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik (7. bis 12. Jahrhundert), 3. Lieferung: Bezirke Frankfurt, Potsdam, Berlin, hrsg. von J. Herrmann/P. Donat, Berlin 1979.

Der Band bietet ein ausführliches Bestandsverzeichnis der slawischen und frühdeutschen archäologischen Quellen. Die Funde werden exakt beschrieben, die Herkunft ist ausgewiesen. Dem Band können wichtige Anregungen für Exkursionen entnommen werden, da die Fundplätze, u.a. der slawischen Burgwälle oder der frühdeutschen Burgen, recht genau beschrieben werden. (Burgwälle besichtigen etc.).

Enders, L.: Die Uckermark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert, Weimar 1992.

Sehr materialreiche neu erarbeitete Darstellung der uckermärkischen Geschichte.

Heyer, E.: Das Klima des Landes Brandenburg, Berlin 1962 (=Abhandlungen des Meteorologischen und Hydrologischen Dienstes der DDR 64)

Die bis heute umfassendste Darstellung der klimatologischen Verhältnisse Brandenburgs.

Historischer Handatlas von Brandenburg und Berlin, Berlin/New York 1962-1978 (=Veröfftl. d. Historischen Kommission zu Berlin)

Umfassendes kartographisches Standardwerk; mit zahlreichen Übersichten zur Geschichte der Mark Brandenburg.

Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil I, Prignitz, bearbeitet von L. Enders, Weimar 1962; Teil II, Ruppin, bearbeitet von L. Enders, Weimar 1970; Teil III, Havelland, bearbeitet von L. Enders, Weimar 1972; Teil IV, Teltow, bearbeitet von L. Enders/M. Becker, Weimar 1976; Teil V, Zauch-Belzig, bearbeitet von P.-P. Rohrlach, Weimar 1977; Teil VI, Barnim, bearbeitet von L. Enders, Weimar 1980; Teil VII, Lebus, bearbeitet von P.-P. Rohrlach, Weimar 1983; Teil VIII, Uckermark, bearbeitet von L. Enders, Weimar 1986; Teil IX, Beeskow-Storkow, bearbeitet von J. Schölzel, Weimar 1989; Teil X, Jüterbog-Luckenwalde, bearbeitet von P.-P. Rohrlach, Weimar 1992

Mit Ausnahme der Altmark wurden alle brandenburgischen Landschaften in diesem Lexikon erfaßt. Es ist ein unentbehrliches Hilfsmittel zur schnellen Orientierung u.a. über historische, wirtschaftliche, demographische Entwicklungen der jeweiligen Siedlungen.

Kramm, H.: Der Bezirk Potsdam. Geographische Exkursionen, Gotha 1989

Der Band ist ein sachkundiger und informativer Führer durch die Geographie des westlichen Brandenburg.

Lehmann, R.: Geschichte der Niederlausitz. Untersuchungen zur Entstehung und Geschichte, Berlin 1963 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin 5).

Lehmann hat hiermit die bisher ausführlichste Darstellung zur Geschichte der Niederlausitz vorgelegt.

Materna, I./Ribbe, W. (Hrsg.): Geschichte Brandenburgs (Arbeitstitel).

Ende 1994 soll diese von mehreren Autoren auf der Grundlage des aktuellen Forschungsstandes erarbeitete neueste Gesamtdarstellung der brandenburgischen Geschichte vorliegen.

Müller-Stoll, W.: Die Pflanzenwelt Brandenburgs, Berlin/Kleinmachnow 1955

Eine auch heute noch gute Darstellung zur Vegetation im Land Brandenburg.

Ribbe, W.: Quellen und Historiographie zur mittelalterlichen Geschichte von Berlin-Brandenburg, Berlin 1977 (=Schriften des Vereins für die Geschichte Berlins 61).

Ribbe gibt einen informativen Überblick über die erhalten gebliebenen erzählenden Quellen sowie über die Urkunden und Akten. Die historiographische Erschließung der Quellen wird nachgezeichnet und die wichtigsten Editionen werden vorgestellt.

Scholz, E.: Die naturräumliche Gliederung Brandenburgs, Potsdam 1962

Ein hinreichender Überblick über die Entstehung und Ausformung der heutigen Oberflächenstruktur.

Schultze, J.: Die Mark Brandenburg, Bde. 1 bis 5, 2. unv. Auflage, Berlin 1989

Die bisher umfassendste Darstellung der Entwicklung der Mark bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts; das Werk gibt den Forschungsstand der 60er Jahre wieder.