|
Lázaro Cárdenas (1895 - 1970)
Lázaro Cárdenas del Rio wurde am 21. Mai 1895 in Jiquilpan, Michoacán geboren.
Mit erst 16 Jahren verlor er seinen Vater - und
war fortan Oberhaupt einer 9köpfigen Familie. Somit endete auch seine nur sechs Jahre dauernde schulische
Ausbildung vorzeitig. Auf diesen persönlichen Erfahrungen basiert wohl auch die
Bedeutung, die er einer soliden schulischen Ausbildung für sein Volk sein Leben lang beigemessen hat.
1913 trat er in den Stab von General Guillermo García Aragón ein und legte so den Grundstein für eine lange
und äußerst
erfolgreiche militärische Laufbahn. Zwei Jahre später, als er bereits den Rang eines "lieutenant colonel"
bekleidete, wurde er schließlich in den Stab eines anderen späteren Präsidenten berufen, der sein Mentor
werden sollte - General Plutarco Elias Calles. Als 1920 zunächst der von Calles unterstützte Alvaro Obregón
Präsident wurde, ernannte man im Gleichzug Cárdenas im Alter von erst 25 Jahren zum General. 1928 wurde er
schließlich Gouverneur in Michoacán. Schon hier setzte er sich ganz besonders für Agrar- und
Bildungsreformen ein. Als Calles, der unterdessen Präsident geworden war, aufgrund des immer größer
werdenden Drucks sein Amt schließlich niederlegen
musste, ernannte er Cárdenas, der ihm bis dahin stets loyal zur Seite gestanden hatte, zu
seinem Präsidentschaftskandidaten. 1934 - also mit 39 Jahren - wurde Cárdenas zu Mexikos bis dahin
jüngstem Präsidenten. Zu seinen innenpolitischen Erfolgen gehörten u.a. die auf nationaler Ebene
fortgeführten Agrar- und Bildungsreformen, sowie die Enteignung der US-amerikanischen Erdölgesellschaften
und die damit einhergehende Gründung des staatlichen Konzerns Pemex (Petróleos mexicanos). Cárdenas ist
einer der wenigen Präsidenten der nachrevolutionären Epoche, der noch heute in breiten Bevölkerungsschichten
höchste Verehrung genießt.
Diana Stübs
letzte Bearbeitung: 11.10.01
Bildquelle: http://www.arts-history.mx/mexcontempo/cardenas.html
|