Von Marseille nach Mexiko

Nach seiner Flucht lebt Walter Janka in Marseille etwa zweieinhalb Monate in der Illegalität. Hier lernt er Charlotte Scholz kennen, die ihm im Auftrag der deutschen Widerstandsgruppe Geld, Lebensmittelkarten und ein Quartier besorgt.

Charlotte Scholz Walter Janka


Janka will nach seinem Aufenthalt in Marseille[1] Frankreich verlassen, um sich den Partisanen in Jugoslawien anzuschließen, was allerdings von der KP abgelehnt wird.

Statt dessen darf er aufgrund der Bemühungen von Freunden in den USA, die ein mexikanisches Visum und eine Schiffspassage für ihn erreicht haben, gemeinsam mit Charlotte nach Südamerika ausreisen. Durch gute Beziehungen zur Gruppe um Lex Ende, dem damaligen Ehemann Charlottes, gelingt es auch die letzte Hürde, das Visa de sortie (Ausreisevisum), zu nehmen.

Den Verlauf seiner Flucht nach Mexiko, nachdem er per Schiff in Oran[2], Nordafrika, eingetroffen ist, beschreibt Janka selbst kurz und präzise in seinen Erinnerungen wie folgt:

Jenseits des Mittelmeeres ging es mit der Eisenbahn weiter. Nach 14 Tagen in Casablanca[3] konnten Charlotte und ich und etwa 60 weitere Genossen die Reise mit dem vom Roten Kreuz für jüdische Auswanderer gecharterten portugiesischen Schiff ´Serpa Pinto´ fortsetzen. Bis zu den Azoren[4] war ich seekrank. Bei ruhiger See ging es zu den Bermudas[5]...Bei zunehmender Hitze und ruhiger See ging die Fahrt nach Santo Domingo[6] weiter. Die ersten Passagiere verließen das Schiff. In Habana[7] gingen noch mehr von Bord. Nach vier Wochen Seereise liefen wir...in den Hafen von Vera Cruz[8] ein. Und da begann für alle, die das Schiff verließen ein neues Leben."

Von Vera Cruz ging es auf der letzten Etappe der langen Reise in die dreihundert Kilometer landeinwärts gelegene Hauptstadt, Mexiko City, die für die nächsten Jahre eine ´Heimat´ für Walter Janka und Charlotte Scholz werden sollte.

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Marko Jacob

letzte Bearbeitung: 16.10.01