Bahnhof Gare St. Charles

Obwohl der Bahnhof sich im Zentrum der Stadt auf einer Anhöhe befindet (ca. 500m vom Cours Belsunce entfernt), wird er im Roman nur dreimal beiläufig erwähnt. Anna Seghers braucht für die Kohärenz ihrer Geschichte als einzigen Fluchtpunkt den Hafen. Der Bahnhof samt der damaligen Hauptfluchtroute über Spanien und Portugal werden im Roman nahezu ausgelöscht. So entsteht der Eindruck, als ob immer nur neue Flüchtlinge hinzukommen, die spanischen Transits stets verweigert werden und der Bahnhof nur zur Ankunft oder Rückkehr ins Ursprungsdepartment genutzt wird.

„Ich lud Marie in ein kleines Café am Boulevard d´Athénes. [...] Sie sah hinaus in die Menschen, die vom hochgelegenen Bahnhof zum Boulevard d´Athénes hinunterstiegen, beladen mit Gepäckstücken. Bald drangen auch welche in unser Café ein mit Kindern, Handkoffern und Taschen. Marie sagte: ‚Ein Zug ist angekommen. Wie viele Menschen kommen noch immer aus allen Teilen des Landes. Aus Lagern, aus Spitälern, aus dem Krieg. Da sieh nur das kleine Mädchen mit dem verwickelten Kopf.“ (6.7, S 109)

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14.06.01