Den Roman Das siebte Kreuz begann Anna Seghers 1937 zu schreiben und beendete ihn 1939. Noch während ihrer Arbeit an dem Buch war schon ein Vertrag darüber abgeschlossen. Das siebte Kreuz sollte in dem von der Internationalen Schrifstellervereinigung zur Verteidigung der Kultur neu gegründeten Verlag "Editions du 10 Mai" erscheinen. Der Verlag wurde offiziell von Aragon geleitet, von Bredel lektoriert und von Moskau finanziell unterstützt. Der sowjetische Verbindungsmann war Kolzow." (Zehl Romero 2000: 342) Als letzterer aufgrund einer Denunziation in Moskau verhaftet wurde, endeten auch die Zahlungen aus der Sowjetunion. Bald darauf wurde die Verlagsarbeit eingestellt, und der Vertrag mit Anna Seghers wurde hinfällig.
Der erste Erscheinungsort des Romans war Moskau. Johannes R. Becher veröffentlichte in der Internationalen Literatur ab Juni 1939 die ersten Fortsetzungsabdrucke. Mit dem Nichtangriffspakt zwischen Stalin und Hitler am 23. August 1939 endete auch die Veröffentlichung des Romans. Eine Buchausgabe in der Sowjetunion war nun ebenfalls ausgeschlossen, da Anna Seghers' politische Einstellung nun nicht mehr mit der der Zeitung übereinstimmte.
Ein Exemplar des Romans hatte Anna Seghers an den Querido Verlag geschickt. Ihr war aber bekannt, daß dieser sein Verlagsprogramm wegen der schlechten Absatzlage stark eingeschränkt hatte und darum wenig Aussicht auf eine Veröffentlichung bestand. Querido veröffentlichte Das siebte Kreuz erst 1946 nach Abzug der Deutschen aus Holland.
Anna Seghers' ganze Hoffnung lag nun in den USA. Sie setzte dabei besonders auf ihre Freunde Weiskopf und Herzfelde, die sich für eine Veröffentlichung in englischer Sprache stark machen sollten. Sie verschickte mehrere Manuskripte in die USA: eins an Weiskopf, ein weiteres an Herzfelde. Auch an Berthold Viertel nach Hollywood ging ein Exemplar. (Zehl Romero 2000: 345) Weiskopfs Bemühungen trugen Früchte. Im Juni 1942 wurde Das siebte Kreuz auch auf Empfehlung von Erich Maria Remarque "Buch des Monats Oktober" im Book-of-the-Month-Club. Am 23. September erschien die erste Ausgabe im Bostoner Verlag Little, Brown & Co. unter dem Titel: The seventh Cross.
Zur Jahreswende 1942/43 kam der Roman als deutsche Erstausgabe beim mexikanischen Exilverlag El Libro Libre heraus. Wie die englische Ausgabe hatte auch diese einen großen Erfolg.
Zahlreiche Leser fand auch die spanische Übersetzung des Romans. Sie erschien im mexikanischen Verlag Nuevo Mundo unter dem Titel: La séptima Cruz. Außerdem veröffentlichten mehrere Zeitschriften Lateinamerikas, so die uruguayische Abendzeitung 'La Rasón' 'Das siebte Kreuz' als Fortsetzungsroman. (Kießlinger. Band 1. 1974: 223)
Es folgten zahlreiche Übersetzungen in andere Sprachen.
1944 wurde der Roman schließlich von Fred
Zinnemann verfilmt.
Quelle:
Kießlinger, Wolfgang (1974): Alemania Libre in Mexiko. Band 1. Ein Beitrag zur Geschichte des antifaschistischen Exils (1941-1946). Berlin: Akademie-Verlag
Zehl Romero, Christiane
(2000): Anna Seghers. Eine
Biographie 1900-1947. Berlin: Aufbau
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Anja
Schneider
14.06.01