Ernst Weiß – Kurzer Lebensabriß




Bild von Ernst Weiß




Es herrschte lange Zeit Unklarheit über das Geburtsjahr. In einem autobiographischen Text von 1927 und einer Lebensgeschichte fehlt dieses ganz. Lexika gaben lange 1884 an wohl beeinflußt von einer Selbstaussage Ernst Weiß von 1937. Archive der Stadt Brünn geben aber oben genanntes Datum an.

In seinen späten Romanen tauchen bei Ernst weiß sehr dominante Vaterfiguren auf. Offenbar sind diese jedoch nicht auf reale Erfahrungen zurückzuführen.

Nach eigenen Aussagen von 1927 wollte Weiß damals "weder Dichter noch Denker noch Mathematiker", sondern "nur ein guter durchschnittlicher Bürger" werden

Weiß erklärte seine Vorliebe für Chirurgie damit, daß sie einen sich außerordentlich beherrschenden, technisch geschickten, körperlich besonders starken und ausdauernden Menschen verlangt.

Auffällig bei diesem wie bei späteren Romanen ist, daß der Vorname des Protagonisten mit "E", also dem gleichen Buchstaben wie der von Ernst Weiß beginnt.

Der Roman "Tiere in Ketten" erscheint.

Die Hauptrolle in diesem Drama spiele Rahel Sanzara, eine Frau, zu der Ernst Weiß über weite Teile seines Lebens eine sehr enge Beziehung hatte. Eine spätere Inszenierung in Wien mit einer anderen Besetzung scheiterte spektakulär.

Unter dem Titel "Franziska" erscheint eine Neufassung von "Der Kampf". Eine weitere Veröffentlichung ist der Roman "Mensch gegen Mensch"

Ernst Weiß überarbeitete seine Werke sehr häufig und brachte sie in verschiedenen Varianten heraus.

Weiß arbeitet in der Chirurgie eines Prager Krankenhauses.

Die Essaysammlung "Das Unverlierbare" und der Prosaband "Dämonenzug" erscheinen.

Die Zeit in Prag ist für Ernst Weiß nach eigenen Aussagen mit einer furchtbaren Depression verbunden, von der er sich erst im folgenden Jahr erholt.

Zu diesem Zeitpunkt empfing Weiß bereits ein Stipendium von der "guild", ebenfalls bekam er finanzielle Unterstützung von Stefan Zweig und Thomas Mann, denen er sich in seinen letzten Jahren auch in seinen Schreibidealen angenähert hatte.

"Der Augenzeuge" kann als der erste Hitler-Roman gelten. Er ist aus der Sicht eines Arztes geschrieben, der in einem Lazaret, den im Krieg erblindeten Soldaten A.H. wie durch ein Wunder heilt und danach dessen Schicksal und Aufstieg verfolgt.

Weiß' Versuch, sich mit Gift in seinem Hotelzimmer zu töten, gelingt nicht sofort. Zwar stirbt er an den Folgen, doch erst in der darauffolgenden Nacht in einem Pariser Krankenhaus.



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13.06.01