Präfektur

Hier gab es das Visa-de-sortie. Die Ausreisegenehmigung aus Frankreich wurde für deutsche Flüchtlinge aber nur erteilt, wenn die Deutschen bestätigten, das diese nicht mehr als deutsche Bürger betrachtet wurden. Damit hatten sie gleichzeitig die Kontrolle über die Ausreisenden.

Die Erzählerfigur hat keine zweite Verlängerung des Aufenthaltsrechtes für Marseille bekommen. Die letzte Chance besteht darin, eine Bescheinigung vom Konsulat beizubringen, daß die Abfahrtspapiere demnächst ausgehändigt werden:

„Ich ging zu Fuß zurück bis zum Place d’ Alma. Es war bitterkalt. Die Kälte des Südens, die nicht an die Tageszeit gebunden ist; denn manchmal kann der Mistral die Mittagssonne vereisen. Er griff mich von allen Seiten an, um meine schwächste Stelle zu finden. Ich brauchte also sofort den Nachweis der Abfahrt, damit man mich bleiben lässt. Ich ging die Saint Ferréol hinunter. Soll ich mich in dieses Café setzen gegenüber der Präfektur? Ich gehöre nicht hierher. Es ist das Café der Abfahrtsbereiten, die nur noch auf der Visa-de-Sortie-Abteilung zu tun haben oder gar auf dem amerikanischen Konsulat.“ (3.5, S.42)


Nadines Freundin Rosalie arbeitet auf der Präfektur, dank ihrer Hilfe bekommen der Erzähler und Marie das Visa-de-sortie ausgestellt. (vgl. 9.7, S.167)



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14.06.01