Während ihrer Zeit in Paris hatte Anna Seghers mit allen Widrigkeiten des
Emigrantenalltags zu kämpfen. Das Leben in Paris
war oft bestimmt von großen Ängsten und Sorgen. Trotz allem fand sie die
Kraft, für ihre Familie eine gewisse Normalität
herzustellen. Die Entwicklung und Erziehung ihrer
Kinder lag Anna Seghers ganz besonders am Herzen. Ihr Mann Laszlo
Radvanyi setzte in Paris sein Leben als kommunistischer
Intellektueller fort. Wegen seiner vielfältigen Aktivitäten blieb Seghers
oft auf sich allein gestellt. In der Freien Deutschen
Hochschule, deren Leiter Laszlo Radvanyi wurde, kam es später aber auch zu einer
Zusammenarbeit des Ehepaares.
Ihre literarische Produktivität blieb unter diesen schwierigen Umständen
ungebrochen. Im Pariser Exil entstanden so wichtige Werke wie
"Die Rettung", "Das siebte Kreuz"
und "Der Weg durch den
Februar".
Freundschaften erlangten für Anna Seghers in der Emigration
besondere Bedeutung. Das Zusammentreffen mit den Vertrauten bedeutete freien geistigen
Austausch, aber auch gegenseitige Ermunterung oder Erinnerung an Deutschland. Freundschafts-
und Arbeitsverhältnisse vermischten sich dabei. Zum engsten Kreis gehörten
Gisl Kisch, Jeanne Stern oder der
österreichische Schriftsteller Bruno Frei. Die Begegnungen mit
weitläufigeren Bekannten, wie
Lenka Reinerová, oder anderen Kollegen spielten
für alle Emigranten, so auch für Seghers eine große Rolle.
Ein weiterer wichtiger Bezugspunkt war der Kontakt nach außen.
Die Ansprechpartner in dieser Zeit waren vor allem Johannes R. Becher
in Moskau und der Verleger Wieland
Herzfelde. Mit ihnen war Anna
Seghers nicht nur rein geschäftlich verbunden. In den Briefwechseln werden immer wieder auch
private Angelegenheiten besprochen.
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zuletzt geändert am 31.05.01